HOMEschool

Hurra, wir haben Corona-Ferien! 1)

So mögen viele Kinder am 20. März 2020 in Deutschland in den schulischen Lockdown gestartet sein. Der kleine, aber feine Unterschied zu Ferien ist den Sechs-bis Zehnjährigen dann relativ schnell klar geworden, als die Hausaufgaben kamen. Und die trudelten auf verschiedensten Wegen in den Haushalten ein: Per Post, auf Lernplattformen, per Email, Telefon oder sogar zum Abholen in der Schule.

In einer deutschlandweiten Umfrage sind ca. 4000 Grundschuleltern (überwiegend Mütter) aus dem gesamten Bundesgebiet befragt worden, wie sie das Homeschooling erlebt haben:

  • 27,6 Prozent gaben an, neben der Übersendung von Aufgaben von den Schulen nicht weiter unterstützt worden zu sein.
  • Fast 50 Prozent sagten, es gab keinen weiteren Kontakt oder nur bei Bedarf.
  • Nur zwei Prozent der Eltern bzw. Kinder bekamen Unterstützungsangebote durch die Lehrkräfte in Form von Videochats

Eltern mit einem hohen Bildungshintergrund hatten der Umfrage zufolge weniger Angst vor negativen Folgen. Sie haben vermutlich eher das Vertrauen, dass sie helfen können.

Manche Eltern erlebten ihre Kinder ganz neu, weil sie unmittelbar erfuhren, wie schnell oder langsam ihre Kinder arbeiteten und wieviel Unterstützung sie brauchten oder eben nicht.

Auch zeigte sich, wie stark bemüht Lehrkräfte waren, Kontakt zu halten und differenzierende Angebote zu gestalten und was passiert, wenn Kontakte fehlen und das richtige Maß an Hausaufgaben nicht getroffen wird.

Insgesamt zeigte sich, dass Homeschooling eine harte Herausforderung für die meisten Familien war und es sehr wichtig ist, dass:

  • Lehrkräfte das richtige Maß finden in Bezug auf die Aufgabenmenge, der Stoffauswahl und dem Kontakt mit Schülern und Eltern.
  • Eltern das richtige Maß finden zwischen den alltäglichen Verpflichtungen und der Betreuung ihrer Kinder bei den Hausaugaben.

1) Eindrücke frei zusammengestellt nach einem Essay von Liane Watzel „Homeschooling: Wie geht es den Eltern?“ in Anlehnung an eine Studie der Uni Magdeburg. In voller Länge verfügbar unter mdr.de/wissen.

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